Niche Beauty

Beyond SPF

Sunlight & Science

by Kathrin Käsemann

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Wie unterscheiden sich pigmentanfällige Hauttypen beim UV-Schutz?

Pigmentanfällige Haut ist häufig Typ III oder IV. Diese Hauttypen müssen sich nicht nur gegen UV-Strahlen, sondern auch gegen sichtbares Licht schützen – insbesondere gegen blaues Licht (HEVL). Dieses verursacht zwar keinen Hautkrebs, kann jedoch über freie Radikale Pigmentierungen verstärken. Klassische Sonnenschutzprodukte decken sichtbares Licht nicht ab – hier sind getönte Formulierungen sinnvoll.

Wenn man die Pigmentstörungen erst hat, kann es herausfordernd sein, diese wieder einzudämmen. Wie können Laser oder Peelings Abhilfe schaffen?

Gesichtspigmentierung ist nicht gleich Gesichtspigmentierung. Sonnenbedingte Flecken (so genannte solaren Lentigines) lassen sich exzellent lasern. Maskenartige Pigmentierungen wie das Melasma hingegen nicht. Diese klingen mit der Zeit ab, wenn konsequent UV- und Blaulichtschutz verwendet wird – etwa durch getönte Sonnenschutzprodukte oder Make-up über SPF. Regelmäßig angewendete Leave-on-Peelings mit Alpha-Hydroxysäuren können zusätzlich leichte Aufhellungen bewirken.

Sind Sonnenschäden grundsätzlich reparabel?

Prävention bleibt das A und O. Leichte Sonnenschäden sind reparabel, da die Haut über ein sehr gutes DNA-Reparaturprogramm verfügt. Für stark geschädigte Zellen besitzt sie Mechanismen, um diese aus dem Verkehr zu ziehen. Pflege ist definitiv wichtig, besonders nach dem Aufenthalt in der Sonne, hat aber selbst kaum therapeutische Effekte. Anders sieht es mit der gezielten Wirkstoffpflege, etwa mit Niacinamid aus, das auch eine sonnengeschädigte Hautbarriere exzellent stabilisiert.

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Es gibt immer wieder Diskussionen: Beeinflusst Sonnenschutz die Vitamin-D-Bildung…

Studien zeigen überraschenderweise, dass Nutzer von Sonnenschutz häufig höhere Vitamin-D-Werte haben als Nicht-Nutzer – vermutlich, weil sie sich insgesamt mehr in der Sonne aufhalten. Kleine Hautareale gelegentlich kurz ungeschützt der Sonne auszusetzen, halte ich für sinnvoll. Im Winter sollte Vitamin D ergänzt werden, da die Sonnenstände nicht ausreichen.

Ein Vitamin-D-Mangel wird laut Studien mit höherer Mortalität verbunden als Hautkrebs. Wie bewerten Sie das?

Ich glaube, dass weniger das Vitamin D als vielmehr die Sonne selbst hier eine Rolle spielt. Epidemiologische Studien zeigen, dass hellhäutige Menschen in sonnenreichen Ländern zwar häufiger an Hautkrebs erkranken, insgesamt jedoch länger leben. Das dürfte zum einen an positiven Effekten des Sonnenlichts auf die Gesamtgesundheit, insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System, liegen. Zum anderen ist Hautkrebs zwar die häufigste Krebserkrankung, steht in der Mortalitätsstatistik aber weit hinten, das ist korrekt. Deutlich häufiger führen Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, innere Krebserkrankungen oder neurodegenerative Erkrankungen zum Tod. 

Welche Rolle wird KI Ihrer Meinung nach künftig spielen?

Künstliche Intelligenz wird ein wichtiges Tool in Dermatologie und Produktentwicklung werden. Gerade bei komplexen SPF-Formulierungen kann sie neue Wirkstoffkombinationen identifizieren. Ob ein Produkt hautverträglich ist, zeigt jedoch weiterhin die Praxis.

Gibt es Innovationen im Bereich Sonnenschutz, die Sie für besonders vielversprechend halten?

Ich hoffe, dass sich der Fokus eines effektiven Sonnenschutzes vermehrt auf die Natur ausrichtet. Auch Pflanzen müssen sich vor UV-Strahlen schützen und entwickeln hierzu exzellente Schutzmechanismen für sich. Diese werden heute schon ansatzweise beim Sonnenschutz genutzt. Ein Trend, der sich hoffentlich fortsetzt.

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